Tierarztpraxis für Ernährung

Dr. med. vet. Danja Klüver

BARF für Hunde & Katzen

Leukose: Erkrankungen bei Katzen, gegen die geimpft werden sollte

Leukose

IV. Beschreibung der Erkrankungen, gegen die geimpft werden sollte:

Katzenschnupfen | Katzenseuche | Leukose

Leukose (Retrovirus)

Kater Pucki

Diese Viruserkrankung wird über den Speichel übertragen. Auch ist eine Infektion von Welpen über die Muttermilch möglich. Die infizierten Welpen entwickeln sich in den meisten Fällen nicht normal und sterben nach kurzer Zeit. Besonders junge Tiere unter 16 Wochen sind für die Leukose-Infektion empfänglich. Ältere Tiere lassen sich weniger leicht infizieren. Das klinische Bild ist außerordentlich vielseitig. Die meisten Tiere entwickeln eine ausreichende Immunantwort nach Infektion und zeigen keine klinischen Symptome. Nur cirka 2% der infizierten Tiere erkranken. Es gibt zwei Verlaufsformen:

1. Verlaufsform mit Tumorbildung (cirka 23% der erkrankten Tiere)

Bei dieser Verlaufsform entstehen in 10% der Fälle Tumoren (Lymphsarkome) in den unterschiedlichsten Organen. In 90 % der Fälle entartet das Blut tumorös (myeloische Leukämie), was sich in einer hochgradigen Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) zeigt.

2. Verlaufsform ohne Tumorbildung (cirka 77% der erkrankten Tiere)

Bei dieser Verlaufsform kann eine Immunschwäche mit erhöhter Anfälligkeit gegen Krankheitserreger (Viren, Pilze, Bakterien) vorherrschen. Chronischer Schnupfen und andere unspezifische Erkrankungen, eine stark verzögerte Wundheilung und anhaltendes Fieber führen zu einem körperlichen Abbau. Außerdem zeigt sich oft eine Verminderung von einzelnen Blutzellenarten (Anämie, Leukopenie, Lymphopenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie).

Die Erkrankung ist ansteckend und endet in der Regel mit dem Tod.
Mit dem Rückgang der Leukose-Erkrankungen infolge Impfungen ist das Auftreten der Lymphosarkome jedoch nicht zurückgegangen. Diese treten in jüngerer Zeit zunehmend im Darm auf. Man diskutiert derzeit Zusammenhänge mit anderen entzündlichen Darmerkrankungen und Katzenfutter. Eine Impfung kann ab der 9. Lebenswoche durchgeführt werden, ist aber bei bereits stattgehabter Infektion nicht nur wirkungslos, sondern kann dann sogar zum Ausbruch der Erkrankung führen. Aus diesem Grund ist ein vorheriger Bluttest angezeigt, der eine Infektion mit Leukose-Viren ermittelt. Die Impfung ist nur für Freigänger zu empfehlen, Wohnungskatzen ohne Kontakt zu anderen Tieren sind nicht gefährdet.
Die Impfung bildet einen bis zu 95%igen Schutz. Die Impfung erfolgt immer als Einzelimpfung ab der 9. Lebenswoche, mit einer Wiederholungsimpfung nach 4 Wochen.
Danach Auffrischimpfung alle 3 Jahre.
Ab dem 6. bis 8. Lebensjahr besteht ebenfalls eine Altersresistenz bei regelmäßig geimpften Katzen. Außerdem nimmt mit zunehmendem Alter die Empfänglichkeit der Katze gegenüber Leukose ab.

  1. Allgemeines zum Impfen von Katzen
  2. Individuelles Impfschema
  3. Unverträglichkeiten und Risiken durch Impfungen
  4. Nutzen und Risiko abwägen
  5. Grundimmunisierung von jungen Katzen
  6. Geringere Anzahl an Impfungen pro Impftermin
  7. Impfschema Katzenwelpen
  8. Impfschema ausgewachsene Katzen
  9. Impfen ja: Beschreibung der Erkrankungen, gegen die geimpft werden sollte
  10. Impfen nein: Beschreibung der Erkrankungen, gegen die nicht routinemäßig geimpft werden sollte